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1. Volleyball Bundesliga

Novemberblues …

Neuwied.
Beim 0:3 (16,17,21) gegen die Roten Raben Vilsbiburg blieben die Deichstadtvolleys chancenlos und deutlich unter ihren Möglichkeiten.

2022 11 30 angriff tjZu oft wurde der Neuwieder Block der Vilsbiburger Angriffe (Marie-Laure Arbos) nicht Herr. Foto: Tobias Jenatschek

Es war ein kühler unfreundlicher Novembertag, das Spiel der Gastgeberinnen trug auch nicht dazu bei, der etwas spärlichen Mittwochskulisse adventliche Helle und Wärme zu vermitteln. Hallensprecher und DJ rackerten sich redlich ab, das Publikum gab sich beim Anfeuern alle Mühe, doch der Funke, der den erfolgreichen Kampf der Deichstadtvolleys entfachen sollte, sprang nur selten aufs Feld über.

„Der Gegner war in allem besser“, waren Klara Single und Laura Broekstra nach dem Spiel beeindruckt. „Wir haben die Aufschläge kaum unter Kontrolle bekommen, im Block, besonders in der Mitte, waren wir oft zu spät und kamen zu selten dazu, Punkte zu machen“.

Dieser Kurzanalyse ist eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Als im 1. Satz bei einem 2:8-Rückstand technische Auszeit war, hatte diese sich schon bestätigt. Neuwied hatte Probleme beim Abschluss, Vilsbiburg zeigte sich abwehrstark und versetzte mit schnellen Bällen - auch über die Netzmitte - den Neuwieder Block. Erst als Trainer Yağlıoğlu beim 3:13 eine Auszeit nehmen musste und kurz zuvor in einem Doppelwechsel Carla Fuchs und die junge Regionalligaspielerin Alice Turmovich eingewechselt hatte, die sich gleich mit einem gelungenen Angriff bedankte, verbesserte sich die Situation: Neuwied holte besonders dank Kapitänin Sina Fuchs‘ unauffällig effizientem Spiel etwas auf, so dass Vilsbiburgs Trainer Florian Völker beim Stand von 11:21 noch einmal eine Auszeit nehmen musste. Neuwied gelang noch etwas Ergebniskosmetik, doch nach einem Abstimmungsfehler in der Neuwieder Abwehr konnte Vilsbiburg mit 16:25 das erste Türchen am Adventskalender öffnen.

Schwach begonnen, dann gesteigert – für den Fortgang der Partie bestand auf Neuwieder Seite durchaus noch Grund zu Optimismus. So konnte man ein 4:8 in eine 11:9-Führung umdrehen. Dann aber spielten die Raben wieder ihre Aufschlagstärke aus, die Gastgeberinnen ihrerseits brachen ein und der Satz endete mit 17:25 ähnlich dem ersten.

Novemberblues auch vor dem 3. Durchgang, als aus den Lautsprechern Glockengeläut erklang, das an die vergangenen Gedenksonntage gemahnte. Immerhin war es aus Neuwieder Sicht der beste Satz der Partie, der die Zuschauer noch einmal erwärmen konnte. Die Deichstadtvolleys hielten den Satz bis zum 13:13 offen. Yassu Madsen, die zahlreiche hohe Pässe im gegnerischen Feld unterbringen konnte und dafür zum 2.Mal in der Saison zur besten Neuwieder Spielerin gewählt werden sollte und die unermüdlich kämpfende Sina Fuchs konnten sich in dieser Phase auszeichnen. Am Ende waren es dann Annahmefehler und misslungene Absprachen in der Feldverteidigung, die den Raben den satzentscheidenden Vorsprung verschafften. Immerhin setzte es nur ein 21:25 – die Raben hatten ihre Gastgeberinnen wenigstens im 3. Satz nicht gerupft.

Dennoch bleiben auch einige positive Aspekte: Die individuellen Leistungen einiger Neuwieder Spielerinnen, das respektlose Auftreten der jungen Alice Turmovich, die sich heute empfehlen konnte. Nicht zuletzt aber das trotz allem begeisterungsfähige Neuwieder Publikum, das sich darüber im Klaren war, dass Mannschaften, die kaum den Jugendklassen entwachsen sind, noch großen Schwankungen in ihren Leistungen unterworfen sind.

Ähnlich sieht es ihr Trainer, dem man im Interview seine Enttäuschung über ein Spiel anmerken konnte, von dem nicht nur er sicher mehr erhofft hatte: „Einerseits zeigen wir immer wieder, wozu wir in der Lage sind. Wir fangen nur etwas spät damit an und schaffen es noch nicht, das bis zum Ende des Satzes durchzubringen. Heute wurden wir dafür gnadenlos bestraft. Wir müssen lernen, mit dem Druck auch vor eigenem Publikum umzugehen und die guten Leistungen aus den Auswärtsspielen zu bestätigen. Viele der Spielerinnen haben heute erst ihr sechstes Bundesligaspiel bestritten, aber wir bleiben dran!“

Am Samstag um 19.30 Uhr (Live in sport1extra) geht es beim Ligaprimus in Stuttgart weiter, wo man vor kurzem im Pokal eine gute Vorstellung geben konnte. Zu verlieren haben Yağlıoğlus junge Spielerinnen dort jedenfalls nichts. „Wir müssen die Lehren von heute mitnehmen und verarbeiten. Spiele gegen Mannschaften wie Stuttgart sind immer etwas besonders. Wir freuen uns auf diese Herausforderung!“

(hw)

Die Deichstadtvolleys:

Carla Fuchs, Yasmine Madsen, Sina Fuchs, Kristin vom Schemm, Sina Stöckmann, Elisabeth Kettenbach, Laura Broekstra, Laura Berger, Klara Single, Alice Turmovich, Maya Sendner; Trainer: Tigin Yağlıoğlu

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